
Hier findet Ihr Tips zu Pfeifenkauf, Einrauchen und Pfeifenpflege
Der Pfeifenkauf
Mit dem Pfeifenkauf ist es wie mit vielen anderen Dingen auch. Die einen kaufen nur Produkte mit klingenden Namen - andere widerum "begnügen" sich mit solchen von weniger namhaften Anbietern und.... sind in der Regel mindestens so gut bedient.
Die Form und Farbe einer Pfeife ist reine Geschmackssache, dennoch hier einige Tips für den Ein- oder Umsteiger, die Ihm beim Einstieg ins Pfeifenrauchen behilflich sein können.
Die erste Pfeife sollte:
- am Besten leicht gebogen sein, so bleibt das Kondensat eher vorn im Holm und der Kiefer wird etwas weniger beansprucht.
- nicht zu gross, jedoch auch nicht zu klein sein ( ca. 13 cm lang, ca. 20 mm Kopfbohrung, 4-5 mm Wandstärke, max. 1 1/2 Fingerglied tiefer Tabakraum )
- eine Bruyere-Pfeife sein. Andere Materialien sind eher etwas für den Kenner.
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Keinesfalls darf eine Pfeife lackiert ( buntlakiert ) sein. Das Personal im Fachgeschäft sollte darüber Auskunft geben können und ist sicherlich behilflich, denn sie wollen ja nicht nur einmal eine Pfeife verkaufen können, ansonsten würde ich die Pfeife im Laden lassen.
Bei Filterpfeifen neigt der Einsteiger durch den höheren Widerstand dazu, stärker zu ziehen. Der Vorteil eines Filters beschränkt sich meines Erachtens eher nur auf das Zurückhalten der Kondensate und auch etwas psychologisch bedingt.
Wenn man gelernt hat, langsam zu rauchen, geniesst man mit einer guten Pfeife und ohne Filter einen kühlen, trockenen Rauch.
Vom Kauf von Einsteigersets rate ich ebenfalls ab, da diese meist den Anforderungen nicht genügen. Die Pfeife soll ja auch zur Person und ins Gesicht passen und man/Frau möchte ja auch von Anfang an das Rauchen geniessen können.
Ebenso sind 20.- Fr. Wühlkorbangebote nicht ratsam, man sollte da schon erfahrener sein, so gut wie ein Treffer kann es auch eine Niete sein, die dann schnell und unbeachtet in einer Ecke landet.
Klingende Namen sollen den Einsteiger nicht zu sehr beeindrucken, der grosse Teil der im Handel angebotenen Pfeifen ( auch solche mit grosse und bekannten Namen ) sind maschinell gefertigt. Sind im Holz bei der Bearbeitung Fehler aufgetreten, werden sie einfach sandgestrahlt um zu kaschieren.
Dies ist nicht unbedingt nachteilig, bevor aber für so eine Pfeife weit über 100.-- Fr. ausgegeben wird, nur weil sie "So" oder "Anders" heisst, fragt ruhig nach anderen Herstellern / Modellen.
Deren gibt's nämlich viele, darunter auch Handmade Pfeifenmacher, die alle auch auf dem Markt bestehen wollen, somit besonders auf Qulität achten...und letztendlich nicht teurer sind.
Für den Anfang muss es auch nicht gleich eine Designerpfeife sein. Pfeifen der Preisklasse von Fr. 150.- bis Fr. 200.- erfüllen die Ansprüche sicherlich. So gut wie eine billigere Pfeife gut sein kann, kann ebenso eine teurere schlecht sein, ist jedoch nicht die Regel.
Der Einsteiger sollte mind. 2 Pfeifen kaufen, der Umsteiger mehrere ( Es kommt auf das Umsteigetempo an ) damit die Ruhepausen der Pfeifen gewährleistet ist. Min. 1 besser mehrere Tage.
Bei dieser Gelegenheit sollen auch gleich Pfeifenreiniger gekauft werden, die rotweissen sind die stabileren und ein Stopfer, da tut?s ein einfacher Tscheche für ca. 2.- Fr. auch.
Tabak

Über Tabake will ich nicht viel sagen, weil es erstens: reine Geschmackssache ist und weil zweitens: hunderte Sorten erhältlich sind.
Für den Einsteiger dazu doch einige Tips.
Der Tabak sollte nicht zu fein geschnitten und nicht zu aromatisiert sein, da die gesossten Tabake feuchter sind. Sie sind schwerer zu rauchen und bilden auch mehr Kondensat.
Tabake, die mit Würztabaken versetzt sind (z.T. englische ) empfehle ich nicht, weil die Pfeife den Geschmack schnell annimmt und es in der Umgebung ja auch gut riechen soll.
Am ehesten eignet sich ein naturbelassener und milder Tabak für den Anfang.
Es kann und soll einige Zeit dauern, bis jeder für sich den richtigen Tabak gefunden hat.
Beim Kauf von im Handel erhältlichen Päcklitabak sollen auch obige Tips behilflich sein, damit es zum Genuss wird, Pfeife zu rauchen. Mir persönlich bekommen sie nicht.
Im Fachhandel bekommt man recht ansprechende sog. offene Tabake oder auch Dosen, die etwas teurer sind. Ab ca. Fr. 8.-
Das Fachpersonal ist gerne behilflich und gibt bestimmt auch einige Proben mit.
Pfeifen einrauchen
Holz ist brennbar und das ist halt auch bei allen Holzpfeifen so. Daher muss jede neue Pfeife eingeraucht werden, damit sich im Brennraum die wichtige Kohleschicht aufbauen kann, die das Holz vor der Hitze ( > 600° Celsius ) schützen soll.
Im Handel sind die Pfeifen meist mit einer Einrauchpaste im Brennraum behandelt, die ein Einrauchen überflüssig machen sollen. Ich empfehle jedoch die Pfeife trotzdem wie unten beschrieben einzurauchen, schon um unliebsame Überraschungen zu vermeiden.
Bei diesem Thema gehen die Meinungen der "Fachleute" weit auseinander. Die einen empfehlen die 1/3-, 2/3-,dann Vollfüllung, ander sind für das direkte Vollfüllen von Anfang an.
Meiner Ansicht nach ist das Vollfüllen die bessere Variante, schon weil die Hitze über den ganzen Pfeifenkopf besser verteilt wird und so weniger Spannung zwischen beheiztem und unbeheiztem Teil entsteht. Wichtig ist dabei immer: Langsam rauchen !!!
Diese Prozedur ( mindestens 5 - 10 Füllungen ) unbedingt langsam und konsequent durchführen und der Pfeife die nötige Ruhepause danach gewähren.
Wer diese Regeln einhält kann sich eher sicher sein, eine Pfeife mit langer Lebensdauer zu besitzen. Die Höchstform erreicht eine Pfeife sowieso erst nach 40 - 50 Füllungen.
Das Stopfen der Pfeife ist ebenfalls sehr wichtig, ansonsten der gewünschte Rauchgenuss nicht erreicht wird.
Den Tabak nicht einfach aus dem Beutel oder Dose in die Pfeife kippen, sonder ihn mit den Fingern etwas zerzupfen oder zwischen den Händen verreiben und dann lose bis zum Rand einfüllen und dann leicht andrücken und wiederholen, wobei nach oben hin etwas fester angedrückt werden kann bis die gewünschte Füllmenge erreicht ist.

Bei einer richtig gestopften Pfeife ist bei der Zugprobe vor dem Anzünden ein leichter Widerstand spürbar. Ist sie zu leicht gestopft, kann nachgesopft werden, ist sie zu fest gestopft, kann mit einem Pfeifenreiniger durch das Zugloch in den Brennraum gestossen werden, um etwas zu lockern. Nützt das nicht, so muss die Pfeife entleert und neu gestopft werden.
Für das Anfeuern benütze ich nur Streichhölzer, mit deren Flamme ich nach dem verpuffen des Zündkopfes leicht über den Tabak streiche, um so die ganze Fläche anzuzünden.
Beim ersten Anzünden wölbt sich der Tabak leicht, dann stopft man etwas nach. Es ist keine Schande, wenn man mehrmals anzünden muss, wichtig ist dass die Flamme über den ganzen Tabak verteilt ist, um Hitzeherde zu vermeiden und Schäden an der Pfeife verursachen.
Achte darauf den Rand der Pfeife nicht zu sehr anzuschwärzen, es sieht nicht so schön aus.
- langsam und ruhig ziehen, dies schont die Zunge und die Pfeife wird weniger heiss. Vor allem nicht auf Lunge rauchen, schon um Hustananfälle zu vermeiden.
- wird die Pfeife so heiss, dass man sie mit dem Handrücken nicht mehr berühren kann, die Pfeife ablegen und abkühlen lassen, danach kann sie weitergeraucht werden.
- Es sollte so weit als möglich heruntergeraucht werden, damit sich die Kohleschicht auch im unteren Bereich bilden kann. Dies wird für den Ein- oder Umsteiger durch das Zungenbrennen erheblich erschwert. Nur Mut, das legt sich dann nach einiger Zeit. Man kann dann auch die Pfeife zwischendurch nur zur Hälfte stopfen.
Ideal ist so oder so, die Füllung zu Ende zu rauchen, was anfangs selten gelingt, dies weil die Glut ausgeht oder es einfach nicht mehr schmeckt.
Bildet sich im Bodenbereich nach einiger Zeit keine Kohleschicht, kann mit ein paar 1/3 Füllungen nachgeholfen werden. Dauernd durchnässte und ungeschützte Pfeifenböden bedeuten schnell, einen schlechten Geruch und das schnelle Ende einer Pfeife.
Aus diesem Grund ist es auch später wichtig, der Pfeife die Ruhepause zu gewähren um sie austrocknen zu lassen.
Das Ausräumen der Pfeife
Ist ausgeraucht, mit dem Dorn des Stopfers die Asche etwas umrühren, damit sich die feinen Anteile an der Innenwand verteilen und das Kondensat aufnehmen können.
Danach kann die Pfeife entleert werden und mit dem Löffel restliche Krümel ausschaben. Mit einem Pfeifenreiniger durch das Zugloch fahren und restliches Kondensat entfernen.
Die Pfeife NIE in warmem Zustand auseinandernehmen und nicht an harten Teilen ausklopfen, der Handballen oder Ascher mit Korkeinsatz tun es auch. Die Pfeife lebt so einiges länger.
Die Pfeifenreinigung
Nach dem Erkalten der Pfeife, diese IMMER im Uhrzeigersinn auseinander DREHEN, dies weil die Bohrung in diese Richtung erfolgte und so weniger Reibung entsteht.
Dann mit einem Pfeifenreiniger von der Mitte aus durch den Rauchkanal in den Brennraum und anschliessend durch das Mundstück zum Biss hin einige male durchziehen und gründlich reinigen. Danach mit einem zu einem U geformten Reiniger der Brennraum von Tabak- und Aschresten gesäubert.
Die Pfeife wieder zusammensetzen und den Rauchkanal freilassen, damit ist eine Belüftung dessen gewährleistet und kann so austrocknen. ( Entgegen der Meinung vieler, die einen Reiniger hineinstecken )
Die Pfeife für 1, besser mehrere Tageruhen lassen, damit auch der Pfeifenkopf trocknen kann.
Die Pfeifenpflege
Nach ca. 5 - 10 Füllungen je nach Kondensatbildung steht ein Grossputz an, schon oder weil die Pfeife danach wieder besser schmeckt. Dazu dreht man wie oben beschrieben die Pfeife auseinander und reinigt den Rauchkanal das Zapfenloch und den Zapfen gründlich mit Reinigern, Q-Tips, Haushaltspapier etc. mit einer speziellen Reinigungslotion ( z. Bsp. Weingeist Apotheke, Whisky oder Wodka tun es auch), gründlich. Eventuelle Tabakreste im Brennraum vorsichtig mit dem Pfeifenbesteck entfernen ohne die Kohleschicht zu verletzen.
Die Aussenseite der Pfeife nicht mit diesen scharfen Mitteln reinigen, da sonst die Beizung / Politur darunter leidet.
Angelaufene Mundstücke können mit im Fachhandel erhältlichen Poliermitteln und einem weichen Tuch wieder aufpoliert werden.
Die Politur von fleckigen oder matten Pfeifen mit maschineller Polierscheibe würde ich einem Fachmann / Pfeifenmacher überlassen, da es einiges Gefühl und Routine bedarf. Die hohen Drehzahlen der Poliermaschine führen oft zum Verlust der Pfeife in doppeltem Sinn. Unter Service findet Ihr Angaben und Preise.
Die Kohleschicht sollte wenn sie mehr als 2mm beträgt abgetragen / angepasst werden, damit der Druck durch die harte Kohleschicht auf das Holz nicht zu gross wird und die Pfeife keine Risse bekommen kann.
Hier ist jedoch Vorsicht geboten, dass nicht zuviel abgetragen wird, ansonsten muss die Pfeife erneut eingeraucht werden, damit das Holz keinen Schaden nimmt.
Der geübte Raucher macht dies mit einem guten Pfeifenschlüssel. Einen solchen hat nicht Jeder, der Pfeifenmacher oder der Fachhandel können da weiterhelfen.
Eine so behandelte und gepflegte Tabakpfeife wird es dem Geniesser über Jahre hinweg danken.

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